Diamanten oder doch nur Staub?

Meine Freundin wollte ihrer Haut auf visuelle Weise etwas Gutes tun. Neben den ganzen Diamanten hat sie nun aber leider auch Staub auf der Haut.
Möglicherweise bin ich einfach aber auch nur sehr ignorant und übersehe hier, dass der Hersteller auf sehr subtile Art seine Entdeckung einer neuen Diamantenart kundtun will! Heureka!

Text und Bild: Tom K. aus L.

Wenn Bildungseinrichtungen ihre sprachliche Bildung vergessen

Man sollte meinen, Leerzeichen in Komposita oder fehlende Bindestriche bei Namens-Kompositionen kämen nur dort vor, wo zu wenige Menschen mit ausreichender sprachlicher Expertise am Werk wären. Dass dem mitnichten so ist, beweisen täglich Bildungseinrichtungen aller Art: Schulen, Universitäten (durchaus auch mit sprachwissenschaftlichen Fakultäten), Forschungseinrichtungen und die – für die Rechtschreibung in Schulen zuständige – Kultusministerkonferenz verzichten munter auf Koppel-, Binde-, Trennstriche und Zusammenschreibungen, als würden amtliche Rechtschreibregeln nur für andere gelten. Auf dieser Seite sammeln wir einige Beispiele.

Universität Tübingen

Man könnte achselzuckend am Logo der der Universität Tübingen vorbeigehen („Ist halt ein Logo, da verzichten Grafiker eben gern auf Striche“) und es fast nicht bemerken – es ist vielleicht nicht ganz ohne Grund nur klein oben links auf der Website. Doch dann scrollt man nach unten und stellt fest: Nein, ein Versehen, ein Ausrutscher, ein einmaliger Anflug künstlerischer Freiheit oder kreativen Aufbäumens ist das nicht – wir haben es tatsächlich mit der „Eberhard Karls Universität Tübingen“ zu tun. Sie ist also keineswegs nach Eberhard Karl benannt (denn dann hieße sie Eberhard-Karls-Universität), sondern sie gehört ihm! Das ist einfach Eberhard Karls Uni! Spannend wird die Frage sein, wann sie in „Dem Eberhard Karl seine Uni“ umbenannt wird. Und wer ist überhaupt Eberhard Karl?

Ida-Ehre-Schule

Zugegeben: Die Ida-Ehre-Schule in Hamburg hat zurzeit wirklich andere Probleme als Rechtschreibung – unter anderem muss sie sich gegen Bombendrohungen und eine Kampagne der lokalen AfD erwehren. Wenn es der AfD ernst wäre mit der Leitkultur, müsste sie sich aber als erstes mal um den Namen der Schule kümmern. Denn „Ida Ehre Schule“ ergibt als Schreibweise doch eher wenig Sinn. Wie sollen Kinder da lernen, wie man Bindestriche einigermaßen unfallfrei verwendet?

Idee und Screenshot: Rüdiger

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Fast. Fast hätte es die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz geschafft, hier eine lobende Erwähnung zu finden, weil sie zumindest in der Textvariante Bindestriche verwendet. Aber es ist halt in Wirklichkeit doch nur die „Johannes Gutenberg-Universität Mainz“, ganz als ob Mainz in Österreich oder der Schweiz läge (wo diese Schreibweise anscheinend in Ordnung ist, wie unzählige Kommentare in diesem Blog immer wieder versichern). Sicher, zu Gutenbergs Zeiten gab es noch keine allgemeingültigen Rechtschreibregeln. Dennoch stünde es einer Uni natürlich schon gut an, sich an die geltenden Schreibweisen zu halten.

Leibniz-Universität Hannover

Früher wollte sie mal „Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover“ heißen, sie lässt sich aber ganz jovial beim Nachnamen rufen. So heißt die Uni Hannover Leibniz-Universität „Leibniz Universität“. Schade.

Kultusministerkonferenz

Die „Kultusminister Konferenz“ müsste eigentlich Kultusministerkonferenz heißen. Tut sie auch, zumindest im Fließtext auf der eigenen Website. Auch im Logo wäre es natürlich schön, wenn sie sich ein bisschen an die Regeln halten würde, für die sie selbst zuständig ist – denn immerhin entscheiden in diesem Gremium Kultusminister der Länder darüber, wie in den Schulen geschrieben wird. Und warum eigentlich dann nicht gleich „Kultus Minister“? Immerhin bleibt die KMK einer langen Tradition treu, denn schon einer älteren Version der Website fand sich dieser Fehler.

Fortsetzung folgt!

Rumms statt Blubb

Die Physik hält in der Küche wirklich manches Wunder bereit – zum Beispiel bei den Zubereitungsmethoden für Gemüse. Dieses Rezept zeigt das eindrucksvoll: Anstatt den Spinat in einem Topf zu erhitzen, wird beim gemeinsamen Fallenlassen durch die Bewegungsenergie ein noch viel besserer Effekt erzielt. Deshalb gilt: Spinat bitte niemals im Topf zusammenfallen lassen, sondern immer mit dem Topf zusammen fallen lassen – das hat dann auch den Vorteil, dass man niemanden mehr lange zum Essen rufen muss, weil alle schon aufgeschreckt wurden und neugierig in der Küche stehen. Wenn man Glück hat, bekommt auch der Notarzt was vom Spinat ab.

Foto und Idee: Cornelia R.

Der Duft der Frauen – Menschenhandel im Gewinnspiel?

Diese Anzeige ist auf vielen Ebenen verstörend. Das beginnt bei der Optik und gipfelt in dem, was Einsender Jürgen S. dazu schreibt: „Ist es nicht mehr als bedenklich, dass man Frauen gewinnen kann? Und dazu noch mehrere auf einmal? Und dann noch diese Zugaben …“
„Aber, aber, Herr S.“, mag der gemeine Grammatikkenner da einwenden: „Hier kann man keineswegs Magdalenas gewinnen, sondern ganz eindeutig nur Magdalenas Aroma!“ Die Details, welches Aroma da in welcher Form verlost wird, wollen wir aber dann mal lieber der Fantasie unserer Leserinnen und Leser überlassen.
Screenshot: Jürgen S.

Wenn Sänger schiefe Platten aufnehmen …

Das muss schon ärgerlich sein, wenn man als Sänger ins Studio geht, um eine Platte aufzunehmen, und dann sind alle Töne total schief. Aber immerhin lässt sich der schiefe Gesang dann noch bei Amazon verkaufen.

Das muss schon ärgerlich sein, wenn man als Sänger ins Studio geht, um eine Platte aufzunehmen, und dann sind alle Töne total schief. Aber immerhin lässt sich der schiefe Gesang dann noch bei Amazon verkaufen. Nur warum sind diese Platten eckig? Und warum steht da Essen drauf?

Idee: Marc-Oliver Brehm

Riskantes Überholmanöver bei Nikon

Im aktuellen Nikon-Newsletter findet sich die interessante Mitteilung, dass ein Militärbediensteter offenbar an einem Produkt-LKW vorbeigezogen ist.

Das ist umso erstaunlicher, als wenige Pixel darunter völlig korrekt von „Original-Produkten“, „Nikon-Produkten“, „Fachpersonal“, „Refurbished-Produkten“ und „Zubehörteilen“ die Rede ist.

Screenshot: Michael Gsell • Text: Michael Gsell, Titus Gast

Einen Berg Linsen, bitte!

Hach, wäre das nicht wunderbar, wenn man einfach so in den Laden gehen und sich dort einen Berg Linsen kaufen könnte? Das geht jetzt!

„Guten Tag, ich hätte gerne einen Berg Linsen!“
„Tut mir leid, ich habe nur eine Tüte Linsen.“
„Können Sie vielleicht einfach ‘Berg’ draufschreiben? Merkt doch eh keiner!“
„Okay“

Foto: Robert Kurz (via Facebook)