Neulich im Land der Filly-Pferde… alle Bindestriche abgegrast!

Filly-Website: Elfen Baumhaus, Beauty Queen Kutsche, Filly Elfen Blumenhaus, Filly Eis EinhörnerWer die Webseite der Filly-Pferde besucht, bekommt nicht nur umgehend Augenkrebs und wird mit einem unfassbar unglaublichen Spielzeug konfrontiert, sondern auch mit sprachlichen Unzulänglichkeiten, die insgesamt nicht gerade den Eindruck erwecken, dass es sich hierbei um pädagogisch wertvolles Spielzeug handelt. Denjenigen, die sich nun fragen, was zum Henker Filly-Pferde sein mögen, sei diese wundervolle Seite empfohlen (Vorsicht! Auch mit fiesen Deppenleerzeichen gespickt!).

Nun sind inflationäre sprachliche Patzer auf einer Website, deren potenzielle Kundschaft vermutlich zum größten Teil noch nicht lesen und schreiben kann, möglicherweise kein akutes pädagogisches Problem. Dummerweise ist die Kundschaft aber auch nicht mehr allzu weit davon entfernt, das Lesen und Schreiben zu lernen. Allerdings nicht auf der Internet-Heimat der Fillys, denn hier finden sich so unfassbare Kleinodien wie „Elfen Baumhaus“, „Beauty Queen Kutsche“, „Filly Elfen Blumenhaus“, „Filly Magazin“ und „Filly Eis Einhörner“. Bei derart gehäuftem Auftreten ist man geneigt, eine pathologische Bindestrichschwäche als Ursache für ein solches Deppenleerzeichen-Inferno anzunehmen. Doch gerade wenn man beginnt, sich mit dieser niederschmetternden Diagnose abzufinden, fällt der bereits leicht irre über die Website schweifende Blick auf Wörter wie „Filly-Gewinnspiel“ und „Fillyfans“. Wahrscheinlich werden die bindestrich- und kompositahungrigen Fillys schon morgen auch in diese Wörter riesige Leerzeichen hineingefressen haben.

Erzherzog im Sonderangebot!

SpOn versteigert den „Erzherzog Joseph Diamant“

Über einen besonderen Fall von Menschenhandel informierte uns kürzlich ein aufmerksamer Deppenleerzeichen.de-Leser – laut Spiegel Online wurde ein veritabler Erzherzog namens Joseph Diamant versteigert. Leser Ingo B. schreibt dazu: „Ich kenne den armen Mann zwar nicht, aber Joseph Diamant, seines Zeichens Erzherzog, wird für einen erwarteten Preis von mindestens 15 Millionen Dollar versteigert. Dass Menschenhandel illegal ist, scheint den Spiegel leider nicht zu interessieren.“ Wie dem auch sei, 15 Millionen Dollar sind jedenfalls kein Preis für einen echten Erzherzog. Einen Haken hat das Schnäppchen allerdings: Der Nachname des Herrn („Diamant“) ist etwas unüblich für einen echten Erzherzog. Hier könnte man für den Preis eigentlich schon ein gediegenes „von und zu“ erwarten. Aber irgendwo muss man halt sparen.

Hurra, die Saarland hat geöffnet!

Saarland Therme, die eigentlich eine Saarland-Therme ist

Sachen gibt’s… Stellen Sie sich vor, ein ganzes Bundesland wird geschlossen und keiner erfährt davon. Gut, bei diesem Bundesland mag das angesichts der Größe gar nicht weiter auffallen, deshalb blieb die Schließung des Saarlands vermutlich von so vielen Menschen unbemerkt. Aber jetzt ist die Saarland (sic!) ja zum Glück wieder offen. Und hat anscheinend auch noch eine Therme bekommen. Oder fehlt da möglicherweise etwas? Deppenleerzeichen.de-Leser Andreas W. schien so etwas zu vermuten, als er dieses Beispiel einsandte: „Noch nicht mal eröffnet, und schon fehlt der Bindestrich. Was soll man da sagen.“ Der Gentleman schweigt und genießt die völlig korrekten Bindestriche etwas weiter unten: Da tummeln sich angesichts der Überschrift wirklich beachtliche Konstruktionen wie „maurisch-andalusisch“ und „Thermen- und Saunaparadies“. Da bleiben einem ja glatt die Saarländerwitze im Halse stecken. So was aber auch.

Nachtrag am 4.9.2012: Die Online-Berichterstattung des SR übernimmt die Schreibweise brav.

Kaffee in der Milch – direkt zum Mitnehmen!

Tasse Kaffee, Pott Kaffee und Milch KaffeeGut, manchmal hat man ja einen im Tee. Das soll auch bei der Arbeit hin und wieder passieren. Wenn also der oder die hauptberufliche Tafelbeschrifter/in am örtlichen Kaffeeverkaufsstand einen im Tee hat, dann schenkt er bzw. sie schon mal den Kaffee in seltsamen Behältnissen aus. So kann der Kunde sich hier den Kaffee wahlweise in eine Tasse, einen Pott oder eine Milch füllen lassen. Das ist praktisch, weil man dann – so man denn gerne Milchkaffee trinkt – die Milch nicht mehr extra in den Kaffee schütten muss, weil der Kaffee ja schon in der Milch ist. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht die Finger verbrennt an der heißen Milch. Wer empfindliche Hände hat, sollte den Kaffee lieber aus einer Tasse oder einem Pott trinken. Oder auf Cappuccino ausweichen (der übrigens erstaunlich korrekt geschrieben ist).

Kristallisierte Gelenke und Muskeln

Gelenke & Muskel WohlErstaunlich, was es heute alles in Pulverform aus der Tüte gibt. Es ist schon eine Weile her, da nahm ich mir im Supermarkt einfach mal ein paar Gelenke und Muskeln mit nach Hause – man weiß ja nie so genau, wie lange es die alten noch machen.

Nur was dieses Wohl ist und warum um Himmels willen auf der Packung nicht einfach – wie sonst üblich – „Gelenke, Muskeln & Wohl” steht, das erschließt sich mir nicht ganz. Egal, so ein bisschen Wohl kann man wohl auch brauchen, wenn es schon mit in der Tüte ist. Da nimmt man dann gerne das bisschen Arnika noch mit. Wohl bekomm’s!

Gib mir ein E! Gib mir ein Mail!

E Mail? Oder doch E-Mail?

Hach, so ein E ist doch eine feine Sache. Man kann damit Links durch die Gegend schicken, sogar Bilder lassen sich anhängen. In vielen Kommunikationsbereichen hat das E den herkömmlichen Brief sogar fast ersetzt. Was es allerdings noch nicht ersetzen konnte: Diesen seltsamen Strich, der zwischen das E und die Mail gehört. Und das ist sehr, sehr lästig. Vor allem, wenn man sich nicht entscheiden kann, wie hier offensichtlich die Kollegen in ihrem E-Artikel – pardon – E-Mail-Artikel bei Welt Online. Immerhin eines muss man ihnen zugute halten: Sie haben dem bunten Strauß falscher Schreibweisen von E-Mail (Email, eMail, …) einen weiteren grellen Farbtupfer hinzugefügt. Danke dafür.

Wie war noch gleich der Name? Merken?

Namen sind Schall und Rauch. Man muss sich auch nicht jeden merken. Man könnte sich aber merken, wie man das Namenmerken schreiben möchte. Doch das wäre langweilig. Viel lustiger ist es doch, den Leser ein wenig zum Nachdenken anzuregen, ja ihn regelrecht zum Grübeln zu bringen, wie es seit einiger Zeit Spiegel Online in einem Artikel über den „Weltmeister im Namenmerken“ hartnäckig versucht. Denn nur wenige Zeilen später ist davon die Rede, dass jemand den „Weltrekordhalter im Namen merken“ möge. Oder so. Ob das jemand merkt?

Aber selbstverständlich! Deppenleerzeichen.de-Leser Dr. Jürgen E. machte uns auf diese Ungereimtheit aufmerksam. Nicht nur er fragt sich nun: „Offen bleibt die Frage, wie der vollständige Name desjenigen lautet, der das Wort ,Weltrekordhalter‘ in seinem Namen trägt, und wieso ich mir das merken soll.” Eine spannende Frage an jedweden Gedächtnisweltmeister wäre auch, wie man sich Rechtschreibregeln merken könnte. Aber auch diese Frage blieb in diesem Artikel unbeantwortet. Vielleicht, weil sie sich niemand merken kann. Wie war noch gleich die Frage?

Wenn Kirchen Auto fahren

Gemeinhin zählen Kirchen zu den Immobilien. Immobilien sind Gegenstände, die nicht mobil sind, vulgo nicht bewegt werden können – und sich schon gar nicht von selbst bewegen. Dachte ich. Dann aber kam da diese E-Mail von Deppenleerzeichen.de-Leser Frank W. mit einem Foto im Anhang. Er schrieb dazu:

„Vor einigen Monaten sah ich in Linz/Österreich ein nettes Deppenleerzeichen: Auf einem Hinweisschild wurde die ,Zufahrt nur für Kirchen‘ gestattet.“

Was muss das nur für ein majestätisches Schauspiel sein, wenn dort auf dem Parkplatz die Kirchen hin und her rangieren! Stellt sich nur die Frage: Womit schleppt man eigentlich so eine Kirche ab, wenn sie falsch parkt?

Stuttgart macht auf dicke Hose

Es ist schon eine Weile her, dass in Baden-Württemberg das Volk über den neuen Bahnhof in Stuttgart entscheiden darüber entscheiden durfte, ob das Land sich an der Finanzierung eines neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs beteiligen möchte. Vermutlich haben alle ihre Informationsbroschüren zur Volksabstimmung schon vernichtet. Umso dankbarer können wir Deppenleerzeichen.de-Leser Ingo Bürk sein, dass er dieses wunderbare Fundstück eingescannt und für die Nachwelt erhalten hat. Er schreibt dazu: Im Schwabenländle ist nicht nur die Luft dick, sondern auch das Geld. Denn in dieser Broschüre findet sich der schöne Satz (man beachte den Umbruch):

„Wenn man 100
Euroscheine aufeinander stapelt, ergibt das einen
1.500 Meter hohen Turm.“

Wir rechnen mal kurz nach: 1.500 m : 100 = 15 m. Somit ist nach dieser Rechnung in Stuttgart jeder einzelne Euro-Schein 15 Meter dick. Beachtlich. Ist das vielleicht die Lösung für die Euro-Krise?

 

Mau. Sehr mau.

imageNatürlich sollte man von Drei- bis Sechsjährigen nicht erwarten, perfekt lesen und schreiben zu können, womöglich inklusive aller Details der Getrennt- und Zusammenschreibung. Hingegen darf man von Textern und Gestaltern verlangen, die Verpackung ihrer Produkte der Zielgruppe anzupassen. Manchmal geht diese Anpassung besonders weit. Möglicherweise ging der Gestaltung dieser Schachtel folgender Dialog voraus:

„Hey, wie schreibt man denn Mau-Mau?“
„Keine Ahnung. Zweimal Mau hintereinander?“
„Und wenn noch ein Knopf dazu kommt?“
„Egal. Schreib den Knopf einfach irgendwie davor! Unsere Kunden können’s doch eh nicht lesen.“

Dass sich möglicherweise des Deutschen mächtige Eltern daran stören könnten, ist ja auch egal, schließlich zählen sie nicht zur Zielgruppe des Spiels (3-6). Nun könnte es natürlich auch sein, dass die Packung einen Knopf, ein Mau und noch ein Mau enthält. Dann – und nur dann – wäre die Beschriftung halbwegs korrekt.

Aber möglicherweise ist all das nur maue Theorie.