Der Chefkoch empfiehlt heute: wilden Bindestrich-Eintopf an Leerzeichensalat

Kohl-Hack Topf, Kürbis-Pflaumen Gemüse und andere DeppenleerzeichenJa, bei Chefkoch.de schreibt der Koch noch selbst. Allerdings ist es sehr offensichtlich nicht das, was er richtig gut kann, denn unser Leser Werner G. schickte dieses Bildschirmfoto mit dem Kommentar: „Ich habe heute die Seite www.chefkoch.de besucht, und mir ist regelrecht schlecht geworden. Nicht etwa wegen des Essens, sondern wegen der Schreibweise desselben. Man ist ja gewohnt, dass Bindestriche entweder gesetzt oder nicht gesetzt werden. Welcher Regel die Rechtschreibung im angehängten, lediglich auszugsweisen Screenshot folgt, will sich mir allerdings beim besten Willen nicht erschließen.“

Na dann: Guten Appetit! Nicht.

5 Kommentare

  1. Wenn Ihr jetzt noch in der Schlagzeile nach dem Doppelpunkt klein weitergeschrieben hättet, wäre die Welt noch ein klitzekleines bisschen besser 😉

  2. “Welcher Regel die Rechtschreibung im angehängten, lediglich auszugsweisen Screenshot folgt, will sich mir allerdings beim besten Willen nicht erschließen.“

    — Ich finde es ziemlich offensichtlich, woher das kommt: der Verfasser hat mal irgendwo was Englisches gelesen und gesehen, dass man diese Schreibweise dort antrifft. Z.B. in Ausdrücken wie “computer-aided design”, “good-looking girl”, “sugar-free desserts”, “Apple-Raspberry Pie” (Regeln siehe http://oxforddictionaries.com/words/hyphen .)

    Generell der stärkste Antrieb hinter all den Deppenleerzeichen, Kommafehlern und anderen heutzutage epidemischen Rechtschreibfehlern scheint wohl das deppenhafte Bemühen zu sein, englische Grammatikregeln auf deutsche Texte anzuwenden. So findet man heute in deutschen Texten sogar das Oxford-Komma oder Überschriften mit allen Wörtern in Großschreibung (etwa “Ich Bin Ein Depp”).

    Ob die Leute das aus Unwissenheit, Absicht oder beidem tun, ist allerdings etwas, das sich mir nicht so recht erschließt. Diese Leute glauben wohl, man müsse nur die Wörter übersetzen, und die Grammatikregeln wären in allen Sprachen gleich. Es lässt sich komischerweise beobachten, dass dieselben Leute, die die deutsche Sprache so derbe verhunzen, komischerweise auch keinen englischen Satz fehlerfrei hinkriegen.

    1. >komischerweise auch keinen englischen Satz fehlerfrei hinkriegen.

      Das ist leider nicht komisch, sondern nur folgerichtig. Leute, die ihrer eigenen Sprache ohnmächtig sind, werden schwerlich die fremde in den Griff bekommen.

  3. Bei Chefkoch sind korrekt zusammengeschriebene oder durchgekoppelte Komposita wirklich extrem selten zu finden. Fast alle Rezepte haben Namen wie etwa Sahne – Herings – Topf oder Linsen – Suppe. Vielleicht, um doppelt so viele Deppenleerzeichen unterbringen zu können?
    Ich zitiere aus einer Profilseite:
    “Ich bin ein fanatischer Fan der deutschen Rechtschreibung und weine immer bittere Tränen, wenn ich versehentlich zu viel im CK gelesen habe. Die Verantwortlichen gehen ja auch unbeirrbar mit denkbar schlechtem Beispiel voran. Allein die sture falsche Trennung von Komposita mit konsequent missbräuchlicher Verwendung des Viertelgeviertstrichs beschert mir regelmäßig schlaflose Nächte.”
    ^^

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