Schweizer zu verkaufen

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Die Schweizer sind einfach geschäftstüchtige Menschen. Hier zum Beispiel verkaufen sie die Einwohner ihres Kantons Graubünden für 1,99 Euro (nicht Franken!) in einem deutschen Discounter. Wie bitte? Die verkaufen gar keine (Grau-)Bündner? Tja, Klischees sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Immerhin beherrschen die Schweizer anscheinend die deutsche Sprache, denn sie schreiben (auch auf dieser Packung) konsequent und korrekt Bündnerfleisch. Dass man in Deutschland nicht mal in der Lage ist, die Aufschrift auf Verpackung und Karton korrekt abzuschreiben, geht indessen auf kein luftgetrocknetes Rindfleisch keine Kuhhaut. Vielleicht sollte der Laden einfach mal stundenweise einen Doktoranden beschäftigen und ihn mit dem Abschreiben von Etiketten beauftragen.

5 Kommentare

  1. Unsinn, genau falsch herum!

    Bremer Dom, Aachener Printen, Bündner Fleisch:
    Das Schild am Regal ist orthographisch vollkommen korrekt, während die Packungsaufschrift den Verdacht nahelegt, dass dort Fleisch von (Grau-)Bündnern drin sei. Die Zusammenschreibung ist zwar bei diesem Produkt üblich und in der Schweiz bei vielen Namen anzutreffen, entspricht aber nicht den Rechtschreibregeln.

    1. @Lutz B.: Ähem, klares Nein. Es handelt sich ja nicht um irgendein Fleisch aus Graubünden, sondern um eine ganz bestimmte Spezialität. „Bündnerfleisch“ schreibt sich exakt so – nämlich zusammen – und ist wohl erstaunlicherweise sogar als Marke so eingetragen. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnerfleisch.
      Außerdem wird es auf der ersten Silbe betont (BÜNDnerfleisch), würde es auseinander geschrieben, müsste der Akzent auf dem Fleisch liegen (Bündner FLEISCH). Tut er aber nicht.

  2. Schon klar! Genauso klar dürfte aber sein, dass die Namensherkunft durchaus „Fleisch aus Graubünden“ ist. Eine lange Tradition und der amtliche Stempel mögen die Zusammenschreibung rechtfertigen, regelkonform ist sie nicht.
    Hintertupfinger Wurst kommt aus Hintertupfingen, Hintertupfingerwurst wird aus Hintertupfingern hergestellt – nicht anders herum! Das sollte gerade an dieser Stelle, wo so vehement die Regel gegen Sonderschreibungen von Produktnamen verteidigt wird, deutlich sein.

    Dem Preisschild-Schreiber ist allenfalls die Unkenntnis seiner Ware vorzuwerfen, jedoch nicht mangelnde Beherrschung der deutschen Sprache.

  3. @Lutz B: Meines Erachtens muss „Bündnerfleisch“ zusammengeschrieben werden. Aber in diesem speziellen Fall, muss der Zeilenumbruch beachtet werden:
    „Schweizer Bündner
    Fleisch“
    Im Grunde sagt doch diese Beschriftung genau das aus, was der Artikel darin erkennt – der Laden verkauft schweizer Bündner, in diesem Falle das Fleisch eines solchen Menschen.

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