Badetag in Württemberg

„Hilfe, die Württembergische Bank geht baden!“ – Moment mal, ist die Bankenkrise nicht gerade vorbei? Nicht in Karlsruhe bei der BW Bank (sic!): Dort hat die Rechtschreibkrise erst begonnen, und der geneigte Passant fragt sich nun: „Soll ich hier die Württembergische Bank baden, vielleicht im nahegelegenen Brunnen?“ Besonders absurd wird diese Schreibweise, wenn man bedenkt, dass Bundesländer, deren Namen  aus mehreren Teilen bestehen, gerne „Bindestrichländer“ genannt werden: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und eben Baden-Württemberg. Mithin lautet das korrekte Adjektiv „baden-württembergisch“. Adjektive schreibt man übrigens klein.

15 Kommentare

  1. Adjektive als Teil eines Eigennamens schreibt man – meines Wissens nach – aber nicht klein 😉 peinlich ist der Schreibfehler in diesem Fall aber schon.

  2. Adjektive schreibt man aber nicht klein, wenn sie Bestandteil eines Namens sind. (falls du implizieren wolltest, dass die Bank hier gleich zwei Fehler gemacht hätte).

  3. Wenn wir einmal dabei sind, die Korrektheit und Klarheit unserer Sprache zu verteidigen, erlaube ich mir, zwei Details in diesem Beitrag zu kommentieren:
    1.) Adjektive können sehr wohl in Sonderfällen groß geschrieben werden, nämlich in solchen Fällen, in denen sie Bestandteil eines Eigennamens sind: http://www.duden.de/sprachratgeber/crashkurs–in-25-schritten-zur-neuen-rechtschreibung/6#Regel18
    2.) Den Satz „Dort hat die Rechtschreibkrise erst begonnen und der geneigte Passant fragt sich nun…“ hätte ich mit einem Komma vor dem „und“ geschrieben. Zwar ist dieses nach den neuen Rechtschreibregeln nicht mehr zwingend erforderlich, jedoch nach wie vor empfehlenswert: http://www.schriftdeutsch.de/ortr-kom.htm

    Freundliche Grüße,

    Sebastian

  4. @Sebastian: Gut gemacht!

    Zum gesamten Thema der deutschen Sprache. Sollte man nicht überlegen, wenn so viele Deutsche falsch schreiben oder auch nur so wenige richtig schreiben, ob hier nicht eher der Fehler in der Rechtschreibung liegt?
    Mir unterlaufen sehr häufig auch Fehler, die ich bei näherem Hinsehen doch noch sehe, aber leider meistens erst, wenn es zu spät ist.
    Irgendwo hab ich einmal als Quote gelesen: „Wer Rechtschreibfehler findet, der darf sie behalten.“ Das sehe ich auch so. Im Übrigen, selbst Sebastian hat in seinem Kommentar einen Fehler. Dort steht ein Komma nach „Freundliche Grüße“ und das gehört da nicht mehr hin. Außerdem heißt es, „Mit freundlichen Grüßen“, denn so ist es ohne Bezug.

    Auch hier gilt: Wer Schreibfehler findet, der darf sie behalten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bond, James Bond

    1. Was für eine Menge an (reformbedingtem?) Unfug!
      Natürlich gehört ans Ende der Grußformel ein Komma.
      Herzliche Grüße Bond
      z. B. wäre das Ergebebnis eines Zeilenumbruchverlustes (oder fehlender Platz auf einer Postkarte).

      Die „Reform“ hat ganz offiziell seit 2005 keine einzige Grammatikänderung mehr im Programm, denn – nomen est omen. Es war schon 1996 eine Fehlleistung, auch auf Zeichensetzung zu zielen.

      Schlimmer: „Im Übrigen“. Was soll das sein, dieses „Übrige“?

  5. @ James Bond

    Die uralte Wer-Rechtschreibfehler-findet-darf-sie-behalten-Phrase ist allerdings kein Argument, sondern eine Killerphrase, um Kritik abzuwürgen. Was würdest du sagen, wenn Politiker sich mit „Wer einen Fehler in meiner politischer Arbeit gefunden hat, darf ihn behalten!“ verteidigen würde?

    Ich persönlich verlange nicht von jedem Otto-Normal-Mensch, perfekt schreiben zu können. Schließlich kann auch nicht jeder trigonometrische Integrale berechnen und nicht jeder kann alle Hauptstädte in Europa alphabetisch aufzählen.

    Allerdings gibt es Grenzen, ab denen Rechtschreibung korrekt sein sollte. Logos, wie das im Beitrag, werden von speziell ausgebildeten Menschen für viel Geld entwickelt. Wenn man bedenkt, dass die in ihrem Studium durchaus was zur Typographie et cetera hören, finde ich schon, dass man sprachliche Korrektheit verlangen darf. Immerhin steht das Schild ja auch im öffentlichen Raum, dauerhaft. Und analog gilt das für die gesamte Werbeindustrie. Der bis dato wirklich schwerwiegendste Fehler war bei der Universität, die ihren Namen wissentlich falsch geschrieben hat. Ein schönes Statement, wenn es um den Anspruch der höchsten Bildungsform eines Landes geht, oder?

    Und nein, nur weil viele etwas falsch machen, wird es nicht richtig. Zu schnell fahren ist auch nicht erlaubt, nur weil es Volkssport ist. Ohne jetzt detailliert Zahlen zu nennen würde ich sonst nämlich behaupten, dass auch die Piraterie von Musik und Filmen sonst legalisiert werden müsste.

    Mit besten Grüßen,
    Ingo Bürk

    1. @Ingo.
      Hör nicht auf Bond! Bring Dein Komma wieder an die Grüße!

      Und da noch eins rein (erweiterterter Infinitiv mit zu):
      Ohne jetzt detailliert Zahlen zu nennen, würde ich …

  6. Dass im Ländle alles baden geht, verwundert mich als Baden-Württemberger gar nicht. Schließlich haben bei uns die Grünen das sagen.

  7. Ich sehe das ganz anders. Die anwesenden Germanisten übersehn völlig den Kontext. Dieses ist ein Schild in der Badischen Hauptsadt. Es gibt Badener, die wollen nicht einmal mit ein Bindestrich mit den Württembergern verbunden sein. Der Fehler ist kein Fehler, sondern ein politisches Statement!

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