Mein Name ist Zentralruf. D*** Zentralruf.

Mein Name ist Zentralruf. D*** Zentralruf.Heute erreicht mich eine Pressemeldung: „Deutscher Re********** Zentralruf (D***) bietet 24-Stunden-Re************“. Herzlichen Glückwunsch, Herr D*** Zentralruf. Wie schaffen Sie es, 24 Stunden am Tag wach zu bleiben? Wie lange werden Sie das durchhalten?

Der Deutsche Re********** [mit dem Namen] Zentralruf und dem absonderlichen Vornamen „D***“ mag in ******fragen eine gute Wahl sein, das kann ich nicht beurteilen – in Sachen Namensgebung jedoch nicht. Zumindest drängt sich diese Vermutung auf, wenn wir den Namen der Firma lesen. Denn offensichtlich handelt es sich nicht um einen Re********** mit dem Nachnamen Zentralruf. Nur: Warum in aller Welt heißt die Firma dann so? Der Bindestrich macht den kleinen, aber feinen Unterschied aus: „Deutscher Re**********-Zentralruf“ wäre korrekt. „D*** – *** ***** *****“? Ja, allerdings gibt es kein Recht zur Vergewaltigung der deutschen Rechtschreibung. Wäre die Rechtschreibung eine Person, würde sie klagen – und gewinnen.

Anmerkung
Heute erreicht mich eine Mail, deren Inhalt – der Autor, obwohl Rechtsanwalt, ist der Meinung, ich dürfe sie nicht veröffentlichen, was falsch ist – ich hiermit frei wiedergebe:

Ich wurde von meiner Mandantin, der ***** GmbH, beauftragt, Ihnen zur Kenntnis zu bringen, dass meine Mandantin die Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit durch Ihre Website beeinträchtigt sieht. Sie halten es vielleicht nur für einen Jux, für meine Mandantin ergeben sich jedoch schwerwiegende Nachteile: Ihre Dienstleistung wird hauptsächlich über das Internet vermarktet, und sie akzeptiert es nicht, verunglimpft zu werden.

Offensichtlich wissen Sie selbst, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung dort eingeschränkt ist, wo Rechte von Dritten verletzt werden. Sie sollten daher immer abwägen, ob ob Sie solche Artikel veröffentlichen – im Interesse der ungestörten Ausübung des Gewerbebetriebes meiner Mandantin.

Entfernen Sie den Artikel sofort von Ihrer Website. Ansonsten wird meine Mandantin rechtliche Schritte gegen Sie einleiten.

Mit freundlichen Grüssen

*****
Rechtsanwalt

Den Artikel habe ich wunschgemäß entfernt und durch den hier dargestellten ersetzt. Auch Ihrem Wunsch, Ihren Brief nicht zu veröffentlichen, bin ich nachgekommen. Der hier dargestellte Text wird jedoch nicht entfernt. Schade übrigens, dass Sie auf die sprachlichen Fehler, die Ihre Mandantin produziert hat, nicht eingegangen sind…

6 Kommentare

  1. Ich kann hier den Grad der Verunglimpfung nicht erkennen.
    Wenn die „was-auch-immer“ GmbH nicht in der Lage ist, bei ihren Marketing-deppen korrekte Rechtschreibung durchzusetzen, dann ist das doch schlicht ihr Problem?
    Warum sind die nicht ausreichend kompetent und verklagen die unfähige Agentur? Keinen Arsch in der Hose? Den Scheck für den Segeltörn schon in der Tasche?
    Na ok, dann will ich mal nix gesagt haben.

  2. Also, in Medienrecht haben wir gelernt, dass a) die öffentliche Verbreitung der Meinung spätestens seit dem Lüthurteil von 1960 nur durch die allgemeinen Gesetze, den Schutz der Jugend und dem Recht der persönlichen Ehre eingeschränkt werden kann und b) Satire durchaus ein Mittel der Kunst ist und damit ein satirischer Artikel nach Paragraph 5,3 Grundgesetz nurnoch durch kollidierends Verfassungsrecht eingeschränkt werden kann. Aber diese „high action class lawsuits“ von Heute drohen nunmal ganz gerne pauschal mit bösartigen Abmahungen ohne Ahnung von der Materie zu haben.
    *soiphz*
    In diesem Sinne,
    Sebastian

  3. Mal ganz abgesehen, dass „Herzlich Willkommen“ zwar häufig gesehen wird, deswegen aber noch lange nicht richtig ist.
    „Herzlich willkommen“ oder dann „Ein herzliches Willkommen“.
    Deppen-Grossschreibung, quasi 😉

  4. Ihr könnt der Agentur eine Rechnung für Beratungstätigkeiten stellen. Sie haben alle Anregungen umgesetzt, einschließlich „Willkommen“.
    🙂

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