Wenn Kirchen Auto fahren

Gemeinhin zählen Kirchen zu den Immobilien. Immobilien sind Gegenstände, die nicht mobil sind, vulgo nicht bewegt werden können – und sich schon gar nicht von selbst bewegen. Dachte ich. Dann aber kam da diese E-Mail von Deppenleerzeichen.de-Leser Frank W. mit einem Foto im Anhang. Er schrieb dazu:

„Vor einigen Monaten sah ich in Linz/Österreich ein nettes Deppenleerzeichen: Auf einem Hinweisschild wurde die ,Zufahrt nur für Kirchen‘ gestattet.“

Was muss das nur für ein majestätisches Schauspiel sein, wenn dort auf dem Parkplatz die Kirchen hin und her rangieren! Stellt sich nur die Frage: Womit schleppt man eigentlich so eine Kirche ab, wenn sie falsch parkt?

Mau. Sehr mau.

imageNatürlich sollte man von Drei- bis Sechsjährigen nicht erwarten, perfekt lesen und schreiben zu können, womöglich inklusive aller Details der Getrennt- und Zusammenschreibung. Hingegen darf man von Textern und Gestaltern verlangen, die Verpackung ihrer Produkte der Zielgruppe anzupassen. Manchmal geht diese Anpassung besonders weit. Möglicherweise ging der Gestaltung dieser Schachtel folgender Dialog voraus:

„Hey, wie schreibt man denn Mau-Mau?“
„Keine Ahnung. Zweimal Mau hintereinander?“
„Und wenn noch ein Knopf dazu kommt?“
„Egal. Schreib den Knopf einfach irgendwie davor! Unsere Kunden können’s doch eh nicht lesen.“

Dass sich möglicherweise des Deutschen mächtige Eltern daran stören könnten, ist ja auch egal, schließlich zählen sie nicht zur Zielgruppe des Spiels (3-6). Nun könnte es natürlich auch sein, dass die Packung einen Knopf, ein Mau und noch ein Mau enthält. Dann – und nur dann – wäre die Beschriftung halbwegs korrekt.

Aber möglicherweise ist all das nur maue Theorie.

Mozart gibt sich die Kugel

imageNun gut, es mag Hinweise darauf geben, dass Wolfgang Amadeus Mozart Legastheniker war. Ob das allerdings als Rechtfertigung dafür taugt, bei der Beschriftung nach ihm benannter Produkte den Regeln zur Schreibung von Komposita die Kugel zu geben, daran sind doch größere Zweifel erlaubt. Vor allem, weil gleich unter dem Schriftzug „Mozart Kugeln“ völlig korrekt „Mozart-Kugeln“ geschrieben steht. Mit anderen Worten: Die Menschen, die sich so was ausdenken, wissen grundsätzlich, wie es richtig geht, schaffen es aber nicht mal, ein- und denselben Begriff kurz hintereinander gleich zu schreiben. Denn das könnte ja womöglich konsequent und konsistent sein. So lässt diese Verpackung aber nur drei Schlüsse zu: Hier waren entweder ebenfalls Legastheniker am Werk oder Amateure – oder aber der Herstellerfirma geht es derart schlecht, dass nicht mal mehr ein Duden drin ist.

Disclaimer: Doch, ich mag Marzipan und kann aus eigener Erfahrung versichern, dass der Inhalt dieser Verpackung bedeutend appetitlicher ist als der Aufdruck.

Schweizer zu verkaufen

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Die Schweizer sind einfach geschäftstüchtige Menschen. Hier zum Beispiel verkaufen sie die Einwohner ihres Kantons Graubünden für 1,99 Euro (nicht Franken!) in einem deutschen Discounter. Wie bitte? Die verkaufen gar keine (Grau-)Bündner? Tja, Klischees sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Immerhin beherrschen die Schweizer anscheinend die deutsche Sprache, denn sie schreiben (auch auf dieser Packung) konsequent und korrekt Bündnerfleisch. Dass man in Deutschland nicht mal in der Lage ist, die Aufschrift auf Verpackung und Karton korrekt abzuschreiben, geht indessen auf kein luftgetrocknetes Rindfleisch keine Kuhhaut. Vielleicht sollte der Laden einfach mal stundenweise einen Doktoranden beschäftigen und ihn mit dem Abschreiben von Etiketten beauftragen.

Badetag in Württemberg

„Hilfe, die Württembergische Bank geht baden!“ – Moment mal, ist die Bankenkrise nicht gerade vorbei? Nicht in Karlsruhe bei der BW Bank (sic!): Dort hat die Rechtschreibkrise erst begonnen, und der geneigte Passant fragt sich nun: „Soll ich hier die Württembergische Bank baden, vielleicht im nahegelegenen Brunnen?“ Besonders absurd wird diese Schreibweise, wenn man bedenkt, dass Bundesländer, deren Namen  aus mehreren Teilen bestehen, gerne „Bindestrichländer“ genannt werden: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und eben Baden-Württemberg. Mithin lautet das korrekte Adjektiv „baden-württembergisch“. Adjektive schreibt man übrigens klein.

Profil statt Biss

Schild an einem Imbiss mit „Pirelli-Nudeln“Wenn Nudeln wie Gummi schmecken, dann ist das sicher eine Katastrophe. Pirelli-Nudeln sollten wir jedenfalls ebenso wenig vertrauen wie Paghetti. Oder ist dieses Gericht etwa einfach von einem bekannten italienischen Reifenhersteller gesponsert? Immerhin könnte das diese seltsame Alleinstellungsschreibweise erklären, wenngleich sie dadurch nicht richtiger würde. Irgendeine Absicht muss dahinter stecken, denn die Institution des Bindestrichs scheint dem Autor dieser wunderbaren Tafel durchaus bekannt zu sein, wie die Champignon-Rahmsoße beweist. So oder so: Wir hoffen einfach mal, dass es hier in Wirklichkeit Spirelli-Nudeln gab. Ich meine die mit echtem S und Bindestrich.

Kein Schreibtalent

Kein SchreibtalentDu hast Talente, die sonst keiner hat? Dann komm zu uns. Wir brauchen einen neuen Plakatschreiber. Derjenige, den wir bislang beschäftigen, weiß leider nicht, was Koppelstriche sind, und hat uns dieses Plakat verhunzt. Komm schnell, wir machen dich berühmt.

Die Museums-Klasse

Mercedes-Benz DeppenleerzeichenNach E-Klasse, C-Klasse, R-Klasse, S-Klasse, A-Klasse, B-Klasse, V-Klasse und G-Modell kommt nun anscheinend die Museums-Klasse. Ein Blick auf das nebenstehende Bild lässt uns rätseln: Was genau baut Mercedes-Benz da mit der Museums-Klasse? Ist es ein riesengroßer LKW? Ist es vielleicht ein Schiff? Weit gefehlt: Es handelt sich lediglich um ein Deppenleerzeichen. Wer zwischen „Benz“ und „Museum“ noch einen Bindestrich setzt, wird sofort erkennen, worum es sich handelt: um ein ganz normales Museum. Schade dass es nicht möglich war, das Museum im Einklang mit den Regeln der deutschen Rechtschreibung zu beschriften.

Hanns Dieter Hüschs dritter Vorname

Hanns Dieter Hüschs dritter VornameNachdem sich nun schon Heinrich Heine im Grab umdrehen musste, wird auch Hanns Dieter Hüsch diese zweifelhafte Ehre zuteil. Seine Geburtsstadt Moers hat dem von mir allseits geschätzten Kabarettisten gleich mal einen dritten Vornamen angedichtet: „Hüsch“. Anders lässt sich die selten dümmliche Beschriftung des Hanns-Dieter-Hüsch-Hauses (mit Bindestrichen!) nicht deuten.