Möpse!

Fruchtgummi und Möpse. Oder Fruchtgummi-Möpse?„Sex sells“ sagt der gemeine denglischsprechende Werbefuzzy. Er hat recht. Oder Recht. Egal. Das funktioniert jedenfalls sogar mit Süßigkeiten: Man nehme ein harmloses Produkt wie Weingummi, schreibe darauf groß „Fruchtgummi“ und schon verkauft sich das Zeug wie Sau. Wie? Fruchtgummi alleine ist nicht sexy genug? Hmm, dann lasst uns mal gemeinsam überlegen, was denn so richtig sexy ist… Bärchen? Nein, nicht wirklich. Hunde? Nein, irgendwie auch nicht. Möpse? Ja! Hurra, wir haben Möpse! Und was haben die nun mit dem Fruchtgummi zu tun? Gar nichts, wenn man nicht einen kleinen Strich zwischen beide Wörter setzt. So lässt diese Beschriftung jedenfalls nur einen Schluss zu: In der Tüte befinden sich Fruchtgummi und Möpse (wie auch immer die hineinpassen mögen). Könnte mir jetzt nur bitte jemand erklären, was das putzige Hündchen auf der Packung soll?

(Mit besonderem Dank an Christian für das Foto.)

Badetag in Württemberg

„Hilfe, die Württembergische Bank geht baden!“ – Moment mal, ist die Bankenkrise nicht gerade vorbei? Nicht in Karlsruhe bei der BW Bank (sic!): Dort hat die Rechtschreibkrise erst begonnen, und der geneigte Passant fragt sich nun: „Soll ich hier die Württembergische Bank baden, vielleicht im nahegelegenen Brunnen?“ Besonders absurd wird diese Schreibweise, wenn man bedenkt, dass Bundesländer, deren Namen  aus mehreren Teilen bestehen, gerne „Bindestrichländer“ genannt werden: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und eben Baden-Württemberg. Mithin lautet das korrekte Adjektiv „baden-württembergisch“. Adjektive schreibt man übrigens klein.

Profil statt Biss

Schild an einem Imbiss mit „Pirelli-Nudeln“Wenn Nudeln wie Gummi schmecken, dann ist das sicher eine Katastrophe. Pirelli-Nudeln sollten wir jedenfalls ebenso wenig vertrauen wie Paghetti. Oder ist dieses Gericht etwa einfach von einem bekannten italienischen Reifenhersteller gesponsert? Immerhin könnte das diese seltsame Alleinstellungsschreibweise erklären, wenngleich sie dadurch nicht richtiger würde. Irgendeine Absicht muss dahinter stecken, denn die Institution des Bindestrichs scheint dem Autor dieser wunderbaren Tafel durchaus bekannt zu sein, wie die Champignon-Rahmsoße beweist. So oder so: Wir hoffen einfach mal, dass es hier in Wirklichkeit Spirelli-Nudeln gab. Ich meine die mit echtem S und Bindestrich.

Mobile Laptops und Surfen ohne Zeit

T-Mobile-Werbung: "Flatrate fürs mobile Laptop Surfen"

Diese Leute bei der Telekom sind wirklich famos. Erst haben sie der Menschheit das mobile Telefon gebracht. Dann haben sie uns auch noch mit dem mobilen Internet beglückt. Aber das hier, das ist wirklich eine Revolution: Es gibt jetzt mobile Laptops. Einfach so das Laptop mitnehmen – dass da vorher noch keiner drauf gekommen ist! Hoffentlich haben sie das zum Patent angemeldet. Denn sonst könnte es ja sein, dass noch mehr Menschen ihre Laptops mit sich herumtragen oder andere Firmen ihrerseits tragbare Computer anbieten, die auch noch mobil – also tragbar – sind. Nur: Warum sollte ich eine Flatrate brauchen, um meinen Rechner mitnehmen zu können? Und was soll dieses groß geschriebene „Surfen“ da? Die meinen doch nicht etwa eine „Flatrate fürs mobile Laptop-Surfen“? Die wäre jedenfalls keine ganz so revolutionäre Erfindung. Wird wohl doch nichts mit dem Patent…

Telekom-Werbung: "Surfen ohne Zeit und Volumenbeschränkung"

Doch auch für diesen Fall haben die erfinderischen Marketing-Menschen vorgesorgt: Sie haben unglaublicherweise einfach die Zeit im Internet abgeschafft. Denn mit dem neuen Kombi-Tarif, dessen denglische Bezeichnung mir nun leider entfallen ist, kann man nicht einfach nur wie bei der Konkurrenz ohne Zeit- und Volumenbeschränkung, sondern sogar ohne Zeit surfen. Das klingt nach einer tollen Erfindung für Menschen, die chronisch zu wenig Zeit haben. Denn ohne diesen entscheidenden Bindestrich wird sie ja einfach abgeschafft.