„Sex sells“ sagt der gemeine denglischsprechende Werbefuzzy. Er hat recht. Oder Recht. Egal. Das funktioniert jedenfalls sogar mit Süßigkeiten: Man nehme ein harmloses Produkt wie Weingummi, schreibe darauf groß „Fruchtgummi“ und schon verkauft sich das Zeug wie Sau. Wie? Fruchtgummi alleine ist nicht sexy genug? Hmm, dann lasst uns mal gemeinsam überlegen, was denn so richtig sexy ist… Bärchen? Nein, nicht wirklich. Hunde? Nein, irgendwie auch nicht. Möpse? Ja! Hurra, wir haben Möpse! Und was haben die nun mit dem Fruchtgummi zu tun? Gar nichts, wenn man nicht einen kleinen Strich zwischen beide Wörter setzt. So lässt diese Beschriftung jedenfalls nur einen Schluss zu: In der Tüte befinden sich Fruchtgummi und Möpse (wie auch immer die hineinpassen mögen). Könnte mir jetzt nur bitte jemand erklären, was das putzige Hündchen auf der Packung soll?
(Mit besonderem Dank an Christian für das Foto.)

Wenn Nudeln wie Gummi schmecken, dann ist das sicher eine Katastrophe. Pirelli-Nudeln sollten wir jedenfalls ebenso wenig vertrauen wie Paghetti. Oder ist dieses Gericht etwa einfach von einem bekannten italienischen Reifenhersteller gesponsert? Immerhin könnte das diese seltsame Alleinstellungsschreibweise erklären, wenngleich sie dadurch nicht richtiger würde. Irgendeine Absicht muss dahinter stecken, denn die Institution des Bindestrichs scheint dem Autor dieser wunderbaren Tafel durchaus bekannt zu sein, wie die Champignon-Rahmsoße beweist. So oder so: Wir hoffen einfach mal, dass es hier in Wirklichkeit Spirelli-Nudeln gab. Ich meine die mit echtem S und Bindestrich.

