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Revolution in der Elektrotechnik: Taschenlampen als Meterware!

200 Meter TaschenlampeAuf Facebook wurden mir neulich 200 Meter Taschenlampe angeboten. Abgesehen davon, dass ich keine 200 Meter große Tasche besitze, sind mir die technischen Details von am laufenden Meter verkauften Taschenlampen höchst schleierhaft. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die handelsübliche Mignonzelle ca. 5 cm lang ist, böten 200 Meter Taschenlampe Platz für an die 4.000 Batterien, was neben beträchtlichen Kosten, Beschaffungs- und Entsorgungsproblemen auch ein reines Batteriegewicht von 96.000 g nach sich zöge. Im wahrsten Sinne des Wortes eine untragbare Unterlassung von Bindestrichen.

Text und Screenshot: Florian Schwemin

Doktor Weg, bitte kommen Sie schnell zum Patienten Straßenschild!

Dr. Martin-Luther-King WegNeulich war ich auf der Suche nach einem Arzt. Endlich hatte ich ihn gefunden, da musste ich feststellen: Dr. Weg verfügte über eine Riesenpraxis, die nicht nur über drei Stockwerke ging, sondern auch noch über eine stattliche Anzahl an Klingelschildern verfügte. Leider konnte ich aus diesem Grunde den Arzt dann doch nicht aufsuchen – ich fand die richtige Klingel nicht. Immerhin lernte ich so den interessanten Vornamen Martin-Luther-King kennen. Ich glaube, wenn ich mal einen Sohn bekomme, nenne ich den auch so: „Martinlutherking, wie oft hab ich dir schon gesagt, du sollst dir die Zähne putzen, bevor du ins Bett gehst!“

Dr.-Martin-Luther-King-WegJaja, ich weiß: Die Wahrheit ist grausam. Vor allem prangt sie gleich gegenüber in Form eines offiziellen und demzufolge korrekten – was übrigens keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist – Straßenschilds. Wieso man das nicht einfach fehlerfrei abschreiben kann? Keine Ahnung. Vermutlich gehört korrektes Abschreiben nicht mehr zu den Dingen, die man in der Schule lernt.

Nun lässt sich möglicherweise darüber streiten, ob akademische Grade unbedingt in Straßennamen gehören. Nicht bestreiten lässt sich allerdings, dass in Deutschland (übrigens anders als teilweise in Österreich und der Schweiz) Eigennamen in Straßennamen durchgekoppelt werden. Immer.

Der Chefkoch empfiehlt heute: wilden Bindestrich-Eintopf an Leerzeichensalat

Kohl-Hack Topf, Kürbis-Pflaumen Gemüse und andere DeppenleerzeichenJa, bei Chefkoch.de schreibt der Koch noch selbst. Allerdings ist es sehr offensichtlich nicht das, was er richtig gut kann, denn unser Leser Werner G. schickte dieses Bildschirmfoto mit dem Kommentar: „Ich habe heute die Seite www.chefkoch.de besucht, und mir ist regelrecht schlecht geworden. Nicht etwa wegen des Essens, sondern wegen der Schreibweise desselben. Man ist ja gewohnt, dass Bindestriche entweder gesetzt oder nicht gesetzt werden. Welcher Regel die Rechtschreibung im angehängten, lediglich auszugsweisen Screenshot folgt, will sich mir allerdings beim besten Willen nicht erschließen.“

Na dann: Guten Appetit! Nicht.

General Vollmacht meldet sich zum Dienst!

General VollmachtDa nimmt man doch gleich Haltung an, wenn einem ein General namens Vollmacht einen schneidigen Brief schreibt. Zum Glück hat uns nicht der General Vollmacht geschrieben, sondern unser Leser Rüdiger S. Eigentlich hatte er nach einer Generalvollmacht gesucht, machte dann aber Bekanntschaft mit diesem hochrangigen Soldaten und seiner Waffe: „Eine Generalvollmacht ist ein verflucht scharfes Schwert im Rechtsverkehr. Und diese Seite ist gleich auf Platz 2 bei der Google-Suche nach den Begriffen Generalvollmacht und Beispiel. Wirklich vertrauenswürdig finde ich es aber nicht gerade, wenn der Autor nicht einmal das Wort richtig schreiben kann, aber munter eine Beispielsvollmacht anbietet.“ Vermutlich haben die Programme, die bei Google für die Suchergebnisse sorgen, einfach zu viel Respekt vor militärischen Rängen.

Silbermond geht mit dem Himmel auf Tour

Silbermond: Himmel auf Tour 2012Dieses Plakat aus Erfurt wirft eine interessante physikalische Frage auf: Ist der Himmel beweglich? Fakt ist: Was hier steht, lässt keinen anderen Schluss zu, als dass dieser Himmel ein recht mobiler Geselle sein muss. Deppenleerzeichen.de-Leser Kai Uwe (sic!) B. hat uns dieses Foto geschickt und schreibt dazu: „Der Himmel ist auf Tour und bringt Kälte mit. Gesehen auf dem Parkplatz eines Real-Warenhauses in Erfurt.“ So real diese Erscheinung auch sein mag: Physikalisch und sprachlich handelt sich dabei doch um Nonsens. Und überhaupt: Warum steht hier nicht auch konsequenterweise „Silber Mond“?

Neulich im Land der Filly-Pferde… alle Bindestriche abgegrast!

Filly-Website: Elfen Baumhaus, Beauty Queen Kutsche, Filly Elfen Blumenhaus, Filly Eis EinhörnerWer die Webseite der Filly-Pferde besucht, bekommt nicht nur umgehend Augenkrebs und wird mit einem unfassbar unglaublichen Spielzeug konfrontiert, sondern auch mit sprachlichen Unzulänglichkeiten, die insgesamt nicht gerade den Eindruck erwecken, dass es sich hierbei um pädagogisch wertvolles Spielzeug handelt. Denjenigen, die sich nun fragen, was zum Henker Filly-Pferde sein mögen, sei diese wundervolle Seite empfohlen (Vorsicht! Auch mit fiesen Deppenleerzeichen gespickt!).

Nun sind inflationäre sprachliche Patzer auf einer Website, deren potenzielle Kundschaft vermutlich zum größten Teil noch nicht lesen und schreiben kann, möglicherweise kein akutes pädagogisches Problem. Dummerweise ist die Kundschaft aber auch nicht mehr allzu weit davon entfernt, das Lesen und Schreiben zu lernen. Allerdings nicht auf der Internet-Heimat der Fillys, denn hier finden sich so unfassbare Kleinodien wie „Elfen Baumhaus“, „Beauty Queen Kutsche“, „Filly Elfen Blumenhaus“, „Filly Magazin“ und „Filly Eis Einhörner“. Bei derart gehäuftem Auftreten ist man geneigt, eine pathologische Bindestrichschwäche als Ursache für ein solches Deppenleerzeichen-Inferno anzunehmen. Doch gerade wenn man beginnt, sich mit dieser niederschmetternden Diagnose abzufinden, fällt der bereits leicht irre über die Website schweifende Blick auf Wörter wie „Filly-Gewinnspiel“ und „Fillyfans“. Wahrscheinlich werden die bindestrich- und kompositahungrigen Fillys schon morgen auch in diese Wörter riesige Leerzeichen hineingefressen haben.

Erzherzog im Sonderangebot!

SpOn versteigert den „Erzherzog Joseph Diamant“Über einen besonderen Fall von Menschenhandel informierte uns kürzlich ein aufmerksamer Deppenleerzeichen.de-Leser – laut Spiegel Online wurde ein veritabler Erzherzog namens Joseph Diamant versteigert. Leser Ingo B. schreibt dazu: „Ich kenne den armen Mann zwar nicht, aber Joseph Diamant, seines Zeichens Erzherzog, wird für einen erwarteten Preis von mindestens 15 Millionen Dollar versteigert. Dass Menschenhandel illegal ist, scheint den Spiegel leider nicht zu interessieren.“ Wie dem auch sei, 15 Millionen Dollar sind jedenfalls kein Preis für einen echten Erzherzog. Einen Haken hat das Schnäppchen allerdings: Der Nachname des Herrn („Diamant“) ist etwas unüblich für einen echten Erzherzog. Hier könnte man für den Preis eigentlich schon ein gediegenes „von und zu“ erwarten. Aber irgendwo muss man halt sparen.

Ein Meister namens Stück

Meister Stück hat kein Meisterstück gemacht.Heute haben wir ein Meisterstück der Deppenleerzeichenfabrikantenzunft aus heimischer Produktion vor uns. Das gute Stück ist nicht nur ein Stück Wurst, sondern auch ein Stück Meister. Und wie es der Zufall so will, heißt der Meister, der dieses Meisterstück vollbrachte, auch noch Stück. Dagegen sieht selbst Meister Proper ziemlich schmalbrüstig aus. Welches Meisterstück sich Meister Stück hier geleistet hat, wird übrigens erst deutlich, wenn man die Wort-Bild-Marke sozusagen an ihrer Quelle begutachtet: Wurde die Marke bei Anmeldung zwar mit großem Binnen-I Binnen-S, aber immerhin noch halbwegs korrekt zusammengeschrieben, hat offenbar irgendein Schlechtschreibmeister den letzten Rest korrekter Orthografie zwischen Markenanmeldung und Etikettendruck verschwinden lassen. Nur eines ist klar: Wer immer für dieses Meisterstück Wurst verantwortlich ist, ist genau dies: eine Wurst.